Vielen Dank an Markus!!
Unter Mitarbeiterbeteiligung versteht man die vertragliche, dauerhafte Beteiligung einzelner Mitarbeiter am Kapital des Arbeit gebenden Unternehmens. Das Entgelt für die Kapitalbereitstellung kann entweder fest vereinbart (z.B. Mitarbeiterdarlehen) oder vom Erfolg des Unternehmens abhängig sein (z.B. Belegschaftsaktie). Daneben sind mit einer Kapitalbeteiligung je nach Vertragsverhältnis gegebenenfalls auch Informations-, Kontroll- und Mitwirkungsrechte verbunden. Es gibt kein Standardmodell, es haben sich aber zwei Hauptgruppen herausgebildet.
Die Kapitalbeteiligung und die Erfolgsbeteiligung.
Früher wurde die Mitarbeiterbeteiligung in erster Linie auf Führungsebene praktiziert.
Manager und andere Spitzenkräfte wurden durch attraktive Beteiligungsarten von anderen Unternehmen abgeworben und langfristig an das eigene Unternehmen gebunden.
In der heutigen Zeit spielt eine attraktive Mitarbeiterbeteiligung jedoch auch für den “normalen Arbeitnehmer“ eine wichtige Rolle.
Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung
Kapitalbeteiligung:
Hier beteiligen sich Mitarbeiter über Eigenkapital (z. B. Kauf von Gesellschaftsanteilen), Fremdkapital (z. B. Vergabe von Darlehen an das Unternehmen) und/oder Mischformen (z. B. Stille Beteiligung) entweder direkt oder indirekt über eine zwischengeschaltete Mitarbeitergesellschaft am Unternehmen.
Erfolgsbeteiligung:
Hier erhalten Mitarbeiter neben dem Grundlohn bzw. -gehalt weitere Zuwendungen beispielsweise in Abhängigkeit vom Gewinn, Umsatz, Produktivitätssteigerung und/oder Kostenreduzierung.
Kombination:
Kapital- und Erfolgsbeteiligung sind untereinander auch kombinierbar. So kann z. B. die Verzinsung eines vom Unternehmen gewährten Darlehens an den Mitarbeiter an den Erfolg des Unternehmens gebunden werden.
Vorteile für das Unternehmen:
Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung kann bei Unternehmen:
- zu verbesserter Liquidität und bei einigen Formen der Beteiligung auch zu einer günstigeren
Kapitalstruktur und damit zu einer Erhöhung des Fremdfinanzierungspotentials führen. Dies macht die Kapitalbeteiligung potenziell für solche Unternehmen attraktiv, die nur schwer Zugang zu den Kapitalmärkten finden.
- die Regelung der Unternehmensnachfolge erleichtern.
- zur Privatisierung von öffentlichen Unternehmen dienen.
Die Mitarbeitererfolgsbeteiligung kann bei Unternehmen:
- durch Flexibilisierung des Arbeitsentgelts die Variabilisierung ansonsten fixer Kosten(und damit eine verminderte Krisenanfälligkeit von Unternehmen) bewirken.
Die Mitarbeiterbeteiligung insgesamt kann bei Unternehmen:
- eine festere Bindung an das Unternehmen und bessere Motivation sowie ein stärkeres Kosten- und Ertragsbewusstsein der Mitarbeiter induzieren. Eine daraus resultierende erwartete höhere Produktivität wird allerdings von empirischen Untersuchungen kaum bestätigt.
Vorteile für die Mitarbeiter:
- Mitarbeiter kann sich am Kapital seines Unternehmens beteiligen (Mitarbeiterkapitalbeteiligung)
- Partnerschaftliche Unternehmensführung (Unternehmen und Arbeitnehmer fällen wichtige Entscheidungen gemeinsam.)
- Möglichkeit der Erfolgsbeteiligung durch eine flexible Vergütung
- Mitarbeiter hat die Möglichkeit der langfristigen Vermögensbildung (z.B. bei der Ausgabe von Belegschaftsaktien)
Nachteile für das Unternehmen:
- Aus Unternehmenssicht ist die Einführung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungsmodellen ein aufwändiger Prozess, und die damit einhergehenden laufenden Verwaltungskosten stehen vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen in einem Missverhältnis zur vergleichsweise geringen Mitarbeiterzahl, was die Einführung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungsmodellen teilweise unwirtschaftlich macht.
Nachteile für die Mitarbeiter:
- Aus Sicht der am Unternehmen zu beteiligenden Mitarbeiter existiert ein Doppelrisiko: Im Konkursfall verlieren sie nicht nur den Arbeitsplatz, sondern gleichzeitig auch das im Unternehmen investierte Kapital, das häufig der Altersversorgung dienen soll.
- Hinzu kommt, dass die Kapitalbeteiligung – anders als z. B. bei Investmentfonds –keine Risikostreuung ermöglicht und zumeist auch wenig liquide ist.
- Zudem werden von vielen Unternehmen die Mitsprache- und Informationsrechte für Arbeitnehmer, wie sie mit deren Beteiligung am Eigenkapital einhergehen können, als nachteilig bewertet.
Fazit:
Vergleicht man die Vor- und Nachteile der Mitarbeiterbeteiligung, stellt man schnell fest, dass diese Finanzierungsform als Alternative für die Unternehmensfinanzierung nur in wenigen Fällen attraktiv ist. In den meisten Fällen kann der Finanzsektor die Mittel effizienter bereitstellen.
Grund für die Einführung der Mitarbeiterbeteiligung ist in den meisten Unternehmen weniger die Liquiditätsbeschaffung als vielmehr die Mitarbeiterbindung, die Motivation, die Förderung der innovativen Kräfte sowie des unternehmerischen Denkens der Mitarbeiter.
Eine Erfolgsbeteiligung ist in den meisten Fällen als Sinnvoll anzusehen um die Motivation des einzelnen Mitarbeiters zu fördern. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen muss man sich jedes einzelne Unternehmen individuell ansehen. Die wichtigsten Kriterien dabei sind die Gesellschaftsform und die Unternehmensgröße.
Quellen:
www.agpev.de
www.infoquelle.de
PDF – Mitarbeiterbeteiligung