Pünkltich zum Termin für das erste Abstract in ‘Management Basics’ gibt es den Weblog mit einem neuen Theme. Ich denke, jetzt ist er etwas besser zu lesen.
November 24, 2007
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Pünkltich zum Termin für das erste Abstract in ‘Management Basics’ gibt es den Weblog mit einem neuen Theme. Ich denke, jetzt ist er etwas besser zu lesen.
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Zeit ist unserer schnelllebigen Zeit ein knappes Gut geworden. Umso wichtiger ist es, damit zu haushalten. Dies gilt insbesondere, wenn man ein berufsbegleitendes Studium absolviert. Ein solches Studium setzt Berufstätige einer enormen Doppelbelastung aus. Die Freizeit wird auf ein Minimum reduziert, die sozialen Kontakte leiden, und Beziehungen gehen mitunter zu Bruch. Doch die knappe Zeit kann nicht vollständig zum Lernen genutzt werden, da die FOM ihre Kunden zur Erstellung so genannter Scientific Abstracts nötigt. Dieses in der deutschen Hochschullandschaft ebenso einzigartige wie überflüssige Konstrukt hat die FOM von der Harvard Business School übernommen, wohl in der Hoffnung, auch etwas von dem Glanz dieser altehrwürdigen Institution abzubekommen. Dies ist ungefähr so, als würde der Fussballverein von Hinterhuglhapfing seine Spieler dazu verpflichten, rot weiss gestreifte Trikots zu tragen, weil der FC-Bayern das genauso macht. Natürlich wird diese Massnahme nicht zum sportlichen Erfolg dieses Vereins beitragen. Es reicht eben nicht, einzelne Elemente aus einem Gesamtkonzept zu übernehmen.
Der mit der Erstellung des Scientific Abstract verbundene Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Bewertung. Ein Anteil von nur 20% an der Gesamtnote spricht diesem Aufwand Hohn. Umso leichter haben es dagegen die Dozenten, die statt einer zehnseitigen Semesterarbeit nur zwei Seiten korrigieren müssen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
Teilweise widerspricht auch die Themenstellung dem Ziel des Scientific Abstract, nämlich möglichst viele Infomationen kurz und knapp zu Papier zu bringen. Ein Beispiel hierfür ist das im Fach Management Basics zu bearbeitende Thema zu den Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf die Fremdfinanzierung deutscher Unternehmen (Sommersemester 08). Hierüber ist noch wenig bekannt, entsprechend gering ist der Informationsgehalt des Scientific Abstract. Das Thema verleitet gerade dazu, sich in Allgemeinplätzen zu ergehen und allseits bekannte Informationen zu wiederholen.
Eine Zumutung, ja eine Schikane, ist die extrem kurze Bearbeitungszeit von nur einer Stunde. Es ist unmöglich, innerhalb von 60 Minuten einen Text mit 6000 Zeichen niederzuschreiben, nicht einmal wenn man diesen auswendig gelernt hat. Dies zwingt zu einer Reduzierung des Umfangs – zu Lasten der Qualität, da weniger Informationen untergebracht werden können.
Den Vorteil eines Scientific Abstracts gegenüber einer herkömmlichen Semesterarbeit sehen die Befürworter vor allem darin, dass ein solcher Aufsatz nicht so leicht von einem „ghost writer“ erstellt bzw. aus dem Internet einfach übernommen werden könne, die eigene Leistung des Autors also besser nachprüfbar sei. Diese Argumentation ist widersinnig, denn dies trifft auf das Scientific Abstract genauso zu.
Angeblich will die FOM ihre Kunden mit dem Scientific Abstract auf das Erstellen von Semesterarbeiten bzw. der Bachelor Thesis vorbereiten. Doch was hat ein unter grossem Zeitruck hingeschmierter Text mit einer Semesterarbeit oder gar einer Bachelor Thesis zu tun? Ein Scientific Abstract enthält weder Quellenverzeichnisse, noch Abbildungsverzeichnisse. Abbildungen und Fussnoten sind dort auch eher selten zu finden. Doch all diese Elemente sind unverzichtbare Bestandteile einer Studienarbeit. Daher stellt sich die Frage, warum man nicht auch schon im ersten Semester auf die bewährte Semesterarbeit zurückgreift.
Festzuhalten ist also, dass Scientific Abstract praxisfern ist und seinen beabsichtigten Zweck nicht erfüllt. Ich habe meinerseits aus diesem und anderen Gründen die Konsequenzen gezogen und werde meinen Vertrag bei der FOM nicht verlängern.
Laurenz Karl
Kommentar von abstractgegner — Juli 3, 2008 @ 5:24